Geschichte von 1881-1947
Im 19. Jahrhundert wird die bisherige Pfarrkirche St. Jakobus in der Innenstadt zu klein für die wachsende Zahl an Kurgästen.
Der frühklassizistische Baustil der Kirche gilt als nicht mehr zeitgemäß.
König Ludwig II. genehmigt 1881 einen Neubau.
Zwischen 1882 und 1884 wird die Pfarrkirche Herz- Jesu am damaligen Ostrand der Stadt errichtet.
Die Entwürfe fertigt der Münchner Architekt Karl von Leimbach an, der Leiter ist Baumeister Andreas Lohrey.
Am 31. August 1884 wird die Kirche vom Würzburger Bischof Dr. Franz Joseph von Stein auf den Namen Herz-Jesu geweiht.
In der Vorhalle des Hauptportals finden sich Porträts aller am Bau Beteiligten: Stadtpfarrer Andreas Dietz, Architekt Karl von Leimbach, Bauleiter Anton Hurt und Bildhauer Valentin Weidner.
Am Eingang zeigt eine Büste den Baumeister Andreas Lohrey.
Die Kirche ist typisch neugotisch mit Hochaltar, vier Seitenaltären und großzügiger Ausmalung ausgestattet.
Geschichte seit 2002
2002 bis 2003 wird die Kirche nach den Vorgaben des II. Vatikanischen Konzils (1962-1965) umgebaut und saniert.
Mit der Planung beauftragt ist Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen, damaliger Leiter des Bau- und Kunstreferates der Diözese Würzburg.
Taufstein, Altar, Ambo und Tabernakel werden aus grauem Sandstein gefertigt.
Die ehemals braunen Kirchenbänke werden grau bemalt.
Der Altar wird nach vorne, in die Mitte der Kirche verlegt, sodass sich die Gemeinde um ihn gruppieren kann.
Anstelle der Seitenaltäre werden Bänke mit Blickrichtung auf den Altar gestellt.
Im neuen Altar finden die vier Reliquien (Knochen oder Überreste von Heiligen) der Heiligen Kilian, Burkard, Adalbero und Laurentius ihren Platz.
Taufstein und Beichtstühle werden im Eingangsbereich angeordnet.
Geschichte von 1947-2002
Zwischen 1947 und 1957 erfolgt eine Innenrenovierung der Kirche unter Dombaumeister Hans Schädel und Pfarrer Josef Stürmer.
Alle neugotischen Elemente und Malereien werden entfernt.
Künstler und Bildhauer Julius Bausewein fertigt für die Kirche aus rotem Sandstein einen neuen schlichten Blockaltar, Seitenaltäre, Kanzel, Taufstein, Kreuz und Tabernakel.
Im Chor werden die Glasfenster durch den Münchner Professor Robert Rabold (1899-1974) erneuert.
Die übrigen Kirchenfenster und der Kreuzweg werden von Georg Meistermann (1911-1990) gestaltet.
1993 wird eine neue Orgel des Orgelbauers Karl Schuke eingeweiht.
Der marode Kirchturm wird 1996/97 saniert.
Zu Beginn der Seitenschiffe stehen nun eine spätgotische Madonna aus dem Jahr 1456 (rechts) und eine Herz-Jesu-Statue von Valentin Weidner aus dem Jahr 1884 (links). Sie sind Orte der privaten Andacht und des Gebets.
An der Stirnseite des rechten Seitenschiffs zeigt das Rosenkranzbild von Meister HS die Verherrlichung der Gottesmutter Maria mit Kind durch Engel und Kartäusernonnen (1604).
An der Stirnseite des linken Seitenschiffs haben 14 Bronzereliefs von Anton Rückel aus dem Jahr 1963 ihren Platz. Sie stellen die 14 Nothelfer dar.
Unter der Empore (erhöhte Ebene für Orgel und Chor) steht eine Statue des Heiligen Antonius, 1884 von Valentin Weidner geschaffen.
Am 7. Dezember 2003 wird der Altar der vollständig sanierten und renovierten Stadtpfarrkirche von Bischof em. Paul-Werner Scheele geweiht.